Weißkohl hobeln und zu Sauerkraut stampfen

Das Sauerkrautmachen beim Brauchtumsverein Niederhöchstadt
erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Erstmals war ein Dreischichtbetrieb in der Scheune an der Linde nötig, um allen Interessenten gerecht zu werden. Sogar Absagen mussten ausgesprochen werden.

Am Samstag, den 01.11.2025 konnte der Verein insgesamt 12 Anfänger, 8 Fortgeschrittene und 5 Mitglieder zum Sauerkraut machen begrüßen. Die Utensilien, wie das Strunkmesser „Spezial“, Hobel, Holzstampfer, Waage, Mischschüsseln wurden vom Verein gestellt. Das Weißkraut, wurde über den Hofladen Mathes bezogen. 120 kg wurden in Mengen von 2 – 25 kg pro Person verarbeitet.

Mehr Personen und mehr Kraut zu verarbeiten, ginge schon allein von den Platzkapazitäten, aber auch von der Zeitdauer und Einsatz der fachkundigen Helfer, nicht. Der Großteil der Vereinsmitglieder hobelt ihr Kraut im Vorfeld oder Nachgang zu Hause, damit Gerätschaften und Zeit für möglichst vielen Gäste bleibt. Ziel des Vereins ist es ja, den Teilnehmern das Sauerkraut machen beizubringen, damit sie es später auch allein zu Hause herstellen können. Das Konzept geht auf, wie frühere Teilnehmer berichten. Allerdings macht das gemeinsame Arbeiten viel mehr Spaß und nicht jeder muss ja alle nötigen Utensilien kaufen, was sich erst ab einer bestimmten Menge, lohnt.

Es gab aber auch Schwierigkeiten zu bewältigen: Eigentlich braucht man zum Gelingen durch den Fermentierungsprozess nur 1 % feines Salz ohne Zusätze pro Kilo Kraut. Heutzutage Salz ohne Jod, Fluor oder Rieselhilfe zu finden ist wirklich schwierig geworden. Viele hatten das falsche mit. Aber auch da konnte mit Salz anderer Teilnehmer ausgeholfen werden. Ein Anfänger hat sich am Hobel verletzt und musste von unseren Ersthelfern versorgt werden.

Viele Varianten der Zubereitung des Sauerkrauts konnten beobachtet werden. Ob mit Wachholderbeeren, Lorbeerblatt, mit Knoblauch, mit trockenen Weißwein ist ja jedem Geschmack selbst überlassen. Auch ob man Weißkraut oder lieber Filderkraut verwendet. Letzteres wird etwas zarter ist aber auch teurer. Auch verschiedene Arten an Gärtöpfen gab es zu bewundern und zu vergleichen.

Den Fachgesprächen derer, die schon öfters mitgemacht haben, zu lauschen war interessant. Bei manchen ging das Kraut kaputt, da sie vergessen hatten den Gärtopf immer bis zum Rand mit Salzwasser zu füllen oder weil Verunreinigungen in den Topf gelangt sind. Andere waren so begeistert, dass ihre 5 L Sauerkraut nur 2 Wochen lang hielten, weil es so lecker war. Manche hatten letztes Jahr einen Topf mit Knoblauch und einen ohne gefüllt und verglichen ihre Ergebnisse mit denen der anderen.

Gerade im Winter ist Sauerkraut zu essen ratsam, denn durch seinen hohen Gehalt an Vitamin C beugt es Mangelerscheinungen vor. Es ist zudem kalorienarm und eignet sich sogar für die vegane Ernährung.

Apropos Ernährung: Arbeiten macht bekanntlich hungrig! Deshalb hatten vier Damen des Vereins Zwiebelkuchen mitgebracht und das Backteam den mobilen Holzfeuerofen angefeuert. Ob mit roten Zwiebeln, mit Kümmel, rund oder eckig. Der Zwiebelkuchen war lecker und die Gäste und Mitglieder griffen herzhaft zu.

Nächstes Jahr wird der Verein zum achten Mal das Sauerkraut machen, anbieten. Wahrscheinlich mit Mengenbeschränkung, da wir nicht genug Hochleistungshobel haben. Einer soll allerdings noch angeschafft werden. Der kommt dann von weit her aus Kärnten.

Das Sauerkraut machen war dann die letzte öffentliche Aktion des Brauchtumsvereins Niederhöchstadt für dieses Jahr. Wir danken daher jetzt schon allen, die uns im Jahr 2025 unterstützt und mitgemacht haben.

Brauchtumsverein Niederhöchstadt

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